Der STV Böju am Eidgenössichen Turnfest
Eidgenössisches Turnfest Lausanne – Donnerstag: Anreise & Ankommen
Am Donnerstag trafen sich insgesamt 23 Sportlerinnen, Sportler und Vereinsmitglieder unseres Turnvereins am Bahnhof Böju, bereit für die Reise ans Eidgenössische Turnfest in Lausanne. Die Vorfreude war gross – auch wenn das erste Turnfest-Wochenende bereits seine Spuren hinterlassen hatte: So erschien eine Turnerin sogar noch mit Krücken, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.
Die Zugfahrt nach Lausanne verlief sehr gemütlich. Mit dabei waren natürlich unsere Vereinsfahne, das eine oder andere Bier sowie viele gute Gespräche. Schon während der Fahrt war klar: Dieses Wochenende würde nicht nur sportlich, sondern auch kameradschaftlich ein voller Erfolg werden.
Nach der Ankunft in Lausanne machten wir uns direkt auf den Weg zum Campingplatz Vidy, der für die kommenden Tage unser Zuhause sein sollte. Dort erwartete uns bereits ein eindrückliches Bild: Ein Wohnmobil, zwei Zelte, ein Lastwagen mit zwei Sattelschleppern – und wer ganz genau hinschaute, entdeckte sogar noch einen besonderen Schlafplatz von Alex, der es sich unter einem der Sattelschlepper gemütlich gemacht hatte. Auch weitere Vereinsmitglieder waren bereits vor Ort und begrüssten uns herzlich.
Kaum war das Gepäck ausgeladen, hiess es: Badehosen anziehen! Der wunderschöne Lac Léman lag nur etwa zwei Minuten vom Campingplatz entfernt, und das warme Wasser sorgte für eine perfekte Abkühlung nach der Reise.
Am Abend folgte das gemeinsame Nachtessen, das keine Wünsche offenliess. Es gab feines Fleisch, frischen Salat und leckeres Brot, grosszügig gesponsert von Papa Laubscher (Yvan Laubscher). An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön!
Den restlichen Abend verbrachten wir gemütlich auf dem Campingplatz. Einige Vereinsmitglieder machten sich zudem noch auf den Weg ins ETF-Gelände, um gemeinsam in die Geburtstage von Zadi und Dani Eichenberger hineinzufeiern.
Irgendwann wurde es dann Zeit, schlafen zu gehen, denn bereits am Freitag standen die ersten Disziplinen auf dem Programm. Allerdings zeigte sich schnell, dass der STV Böju nicht nur über hochbegabte Sportler, sondern offenbar auch über hochbegabte Musiker verfügt – leider mit Vorliebe für nächtliche Konzerte. Zwei Jungturner entschieden sich deshalb, unter freiem Himmel zu schlafen. Doch auch das war kein Problem, denn am Ende gilt: Wir sind eine grosse Familie, und beim Eidgenössischen Turnfest gehört das alles einfach dazu.
Freitag: Früher Weckdienst und Start in den Wettkampftag
Der Freitagmorgen begann für einige von uns früher als geplant. Ein Jungturner war offenbar noch im Arbeitsmodus und hatte vergessen, seine Wecker abzustellen. So klingelte der erste Alarm bereits um 5.30 Uhr, gefolgt vom zweiten um 5.45 Uhr. Spätestens um 6.00 Uhr war dann endgültig Schluss mit Schlaf, denn das Handy wurde zu dem Jungturner gebracht, der draussen geschlafen hatte – mit der freundlichen Bitte, die Wecker nun endlich abzustellen.
Kurz nach halb acht waren schliesslich alle wach. Beim gemeinsamen Morgenessen konnten wir uns stärken und uns in Ruhe auf die anstehenden Vereinsdisziplinen vorbereiten. Trotz der kurzen Nacht war die Stimmung gut, und die Vorfreude auf die Wettkämpfe deutlich spürbar.
Natürlich durfte an diesem Morgen auch ein besonderer Programmpunkt nicht fehlen: Gemeinsam sangen wir das Geburtstagslied für Dani und Zadi, die ihren Geburtstag am Turnfest feiern durften – ein schöner Moment, der einmal mehr zeigte, wie kameradschaftlich unser Verein unterwegs ist.
Gut gelaunt, gestärkt und bereit für den sportlichen Einsatz machten wir uns anschliessend auf den Weg zu unseren Disziplinen und in einen spannenden Wettkampftag am Eidgenössischen Turnfest in Lausanne.
Wettkämpfe, Besuch aus Böju und ein unvergesslicher Abend
Nach dem gemeinsamen Morgenessen und dem Geburtstagsständchen für Dani und Zadi ging es für uns endlich los mit den Vereinsdisziplinen. Als erste Disziplin stand der Fachtest Allround auf dem Programm. Mit guter Konzentration und starkem Teamgeist meisterten wir diese Aufgabe erfolgreich.
Anschliessend folgte entweder der 800-Meter-Lauf oder das Kugelstossen, je nach Einsatzplan. Auch hier zeigten wir vollen Einsatz und bewiesen, dass sich das Training gelohnt hatte. Den sportlichen Abschluss bildete schliesslich die Bändelstafette, bei der nochmals Schnelligkeit, Koordination und Teamarbeit gefragt waren. Alle drei Disziplinen konnten wir erfolgreich absolvieren, was für grosse Zufriedenheit im ganzen Team sorgte.
Zwischendurch erhielten wir noch besonderen Besuch aus Böju: Die Geburtstagsmänner Dani und Zadi wurden herzlich beglückwünscht – gemeinsam mit der Mutter und dem Bruder unserer Vereinslegende Michi Wiederkehr. Dieser Besuch sorgte für viel Freude und unterstrich einmal mehr den starken Zusammenhalt rund um unseren Verein.
Nach Abschluss aller Disziplinen stiessen wir gemeinsam mit einem erfrischenden Weizengetränk auf die geleistete Arbeit an. Danach machten wir uns auf den Weg zum Lausanne-Zeichen, um ein schönes Erinnerungsfoto zu machen.
Direkt daneben befand sich ein riesiges Festgelände, auf dem wir uns nochmals zusammensetzten und etwas tranken. Da es sehr warm war und wir den ganzen Tag geschwitzt hatten, überlegten einige nicht lange und sprangen kurzerhand in den See, der sich direkt beim Festgelände befand – eine willkommene Abkühlung.
Irgendwann meldete sich dann auch der Hunger, und die Becher wurden leer. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz, wo wir gemütlich Nachtessen und uns anschliessend für den Ausgang bereit machten.
Ein Jungturner war bereits seit zwei Tagen ziemlich nervös, da er noch auf das Resultat seiner Lehrabschlussprüfung wartete. Zuerst entschied er sich, nicht mitzukommen, liess sich schlussendlich aber doch überreden – zum Glück. Denn um 00.15 Uhr gab es gleich doppelt Grund zum Feiern: Nicht nur, dass wir alle unsere Disziplinen erfolgreich gemeistert hatten, sondern auch, dass er seine Lehre bestanden hatte. Ein Moment, der diesen Tag perfekt abrundete.
Samstag: Festumzug, grosse Fragen und der legendäre Unterhosenlauf
Am Samstagmorgen starteten wir erneut mit unserer gewohnten Morgenroutine: gemeinsames Morgenessen, gefolgt von einem gemütlichen Bad im Lac Léman. Einige nahmen dazu noch ein Bier – rein zu Testzwecken natürlich, um zu überprüfen, ob man es überhaupt noch runterbringt.
Kurz nach 11 oder 12 Uhr (die genaue Zeit ist leider nicht mehr ganz rekonstruierbar) machten wir uns auf den Weg zum Festumzug. Dabei entstanden gleich zwei grosse und wichtige Fragen:
Erstens – wo ist unsere Fahnenspitze?
Und zweitens – schreibt man Aargau mit zwei A oder nur mit einem?
Die Vereinsspitze tauchte glücklicherweise kurz vor dem Umzug doch noch auf. Die zweite Frage hingegen bleibt bis heute ungeklärt, denn auf dem Umzugsschild des Kantons Aargau stand der Name tatsächlich nur mit einem A.
Der Festumzug selbst startete mit Fahnenträger Dani Eichenberger sowie den Hornträgern Theo und Angel. Gemeinsam marschierten wir durch die wunderschöne Stadt Lausanne und genossen die tolle Atmosphäre, die vielen Zuschauer und das Gefühl, Teil dieses riesigen Turnfestes zu sein.
Nach dem Umzug trennten sich unsere Wege kurzzeitig: Einige begaben sich ins Festgelände, während andere den Weg zurück zum Campingplatz suchten. Dort wurde – gemütlich und teilweise unter Regen – zu Abend gegessen.
Der Abend stand ganz im Zeichen des wohl grössten Highlights des Wochenendes. Um 24.00 Uhr startete der legendäre Unterhosenlauf, an dem Hunderte von Menschen teilnahmen und gemeinsam in Unterhosen durch die Nacht rannten. Die Stimmung war ausgelassen, die Zuschauer zahlreich, und das Lachen kaum zu überhören. Natürlich durfte dabei auch unser Maskottchen nicht fehlen: Ein Huhn beziehungsweise Hahn, welches auf den Namen Oliwia getauft wurde – benannt nach der Trophäenträgerin aus dem Turnverein Wollerau. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ihr noch immer ein Nachtessen geschuldet ist.
Nach dem zweiten Lauf machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Campingplatz, denn für den Sonntag war bereits frühes Aufstehen angesagt.
Sonntag: Aufräumen, Schlussfeier und herzlicher Empfang in Böju
Am Sonntagmorgen hiess es nochmals früh aufstehen, denn der Campingplatz musste geräumt werden. Mit viel Teamgeist wurde gepackt, aufgeräumt und verladen. Jeder half mit, und trotz der kurzen Nächte ging alles zügig voran – denn die Schlussfeier wartete bereits.
Nach dem Aufräumen machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Schlussfeier des Eidgenössischen Turnfests. Dort genossen wir noch einmal die letzten Momente dieses grossartigen Anlasses, liessen die vergangenen Tage Revue passieren und saugten die besondere Atmosphäre ein, die ein Eidgenössisches Turnfest ausmacht.
Nach der Schlussfeier ging es zurück nach Hause. Während der Heimreise wurden nochmals viele Erlebnisse, lustige Geschichten und besondere Momente des ETF ausgetauscht. In Böju angekommen, erwartete uns ein besonders schöner Empfang: Die Männerriege, die Jugendriege sowie zahlreiche Familienmitglieder standen bereit und begrüssten uns herzlich. Dieser Empfang bildete einen würdigen Abschluss eines unvergesslichen Wochenendes.
Schlusswort
Eidgenössische Turnfest in Lausanne war für unseren Turnverein ein voller Erfolg – sportlich, kameradschaftlich und menschlich. Die gemeinsamen Erlebnisse, der starke Zusammenhalt und die vielen unvergesslichen Momente werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Solche Anlässe zeigen einmal mehr, was unseren Verein ausmacht: Teamgeist, Freundschaft und die Freude am Turnsport.
An dieser Stelle möchten wir uns im Namen des STV Böju herzlich bedanken:
bei Yvan und Feli Laubscher für das feine Essen,
bei Dani Eichenberger und Stephan Merz für die Trainings und die sportliche Vorbereitung,
bei Lilian Wick für den Richtereinsatz
bei Zadi für den Lastwagen und die Sattelschlepper,
bei Beat Bart für die Organisation der Unterkunft
und natürlich ein riesengrosses Dankeschön an Das Céline und Patrick Laubscher, die mit ihrem grossen Einsatz wesentlich dazu beigetragen haben, dass dieses Wochenende so unvergesslich wurde und hervorragend organisiert war.
An dieser Stelle beende ich meinen Bericht – und wir stehen alle nochmals auf und applaudieren für dieses einmalige Wochenende.